Rückenwind für Klimaschutz!

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Investoreninteresse und erste Flugblätter

Dossenheimer besichtigten Windräder am Greiner Eck

Von Doris Weber
Dossenheim/Neckarsteinach-Grein. Die von der Volkshochschule (VHS) organisierte Exkursion „Windkraftpark ‚Greiner Eck‘“ ist Teil der Informationspolitik des Rathauses. Die Beteiligung der Bürger hatte Bürgermeister David Faulhaber in öffentlicher Gemeinderatssitzung angekündigt. Damals wurde beschlossen, den Bau von Windkraftanlagen am Hausberg „Weißer Stein“ gemeinsam mit dem Nachbarn Schriesheim zu prüfen. So war die Fahrt zum Greiner Windpark für die Teilnehmer kostenlos. Eine Informationsveranstaltung in Dossenheims Martin-Luther-Haus ist in Vorbereitung.
Faulhaber sowie die Rathausmitarbeiter David Zerweck, Leiter des Fachdiensts „Energie, Umwelt, Mobilität“, und Carolin Vetter, begleiteten ebenso wie VHS-Leiterin Karin Kral-Laier den Ausflug. Sie sowie weitere rund 25 Teilnehmer wurden am Ziel von Jochen Ohl, Geschäftsführer der Planungsgesellschaft „3P Energieplan“, erwartet. Diese Firma plante die Windkraftanlagen am „Greiner Eck“.

Dort wurden fünf Windräder – die Begriffe Anlage und Rad werden synonym verwendet – errichtet. Der Typ „Enercon E115-3,0 MW“ hat einen Rotordurchmesser von 115 und einer Nabenhöhe von 135 Metern. Das letzte Windrad ging 2017 in Betrieb. Obwohl nur wenige Jahre zurückliegend, sind diese Maße bereits Vergangenheit. Heute seien Windräder höher, die Rotorblätter länger. Ohl berichtete von Umweltgutachten und darüber, dass auch nach Inbetriebnahme der Flug der Fledermäuse noch beobachtet wurde. Im Ergebnis stehen die Räder zu den zu erwarteten Flugzeiten still. Weiter sprach er vom notwendigen Zielabweichungsverfahren. Es bestätigte, dass durch Bau und Betrieb der Anlagen im Wald die Erhaltungsziele, wie sie für ein „Fauna-Flora-Habitat“-Schutzgebiet de᠆finiert sind, nicht beeinträchtigt werden.
Ohl erklärte auch die Anlieferung der Bauteile. Die Straßenenge sowie die sonst notwendige Fahrzeuglänge erforderten den Transport der Rotorblätter mit besonders manövrierfähigen Fahrzeugen. Die zweiteiligen Blätter am „Greiner Eck“ wurden außerdem später zusammengeschraubt. Er sprach auch vom notwendigen Fundament, das heute weniger tief, dafür komplett mit Beton verfüllt sei. Die Fundamente sind im Übrigen nach Rückbau der aus Betonringen zusammengesetzten Türme – die Anlage insgesamt hat eine Lebenserwartung von etwas über 20 Jahren – nicht einfach weiterverwendbar. Die technische Überwachung gibt nur für die Gesamtheit der Anlage grünes Licht. So verbleibe der Beton meist im Boden.

Ohl, promovierter Ingenieur der Elektrotechnik, erwies sich als Kenner seines Handwerks. Auch knifflige Fragen, wie der Abweichung von erwarteter und tatsächlicher Nennleistung und von erwarteten und tatsächlichen Windgeschwindigkeiten, beantwortete er. „Ich hoffe, sie konnten ein paar positive Eindrücke gewinnen“, eröffnete er eine Pause, bevor eine Anlage betreten wurde.

Als Fazit festgehalten wurde: Der Bau von Windkraftanlagen lässt sich unter den gegebenen Bedingungen, wie etwa der aktuellen Einspeisevergütung, für Investoren wirtschaftlich darstellen. Auch für die Eigentümer der Fläche fällt etwas ab. Bürgermeister Faulhaber machte im Gemeinderat keinen Hehl daraus, dass die Gemeinde aufgrund der Pachteinnahmen ein finanzielles Interesse haben muss. Die Entscheidung, gerade diesen Standort zu besuchen, hing daher mit der um den Weißen Stein ähnlichen Situation zusammen. Auch er liegt im „Naturpark Neckartal-Odenwald“, . Ganz so „easy“, wie man angesichts des wunderschönen Herbsttags glauben könnte, wird’s wohl trotzdem nicht werden. In jüngster Gemeinderatssitzung erkundigte sich eine Bürgerin nach Bürgerbegehren und -entscheid. Flugblätter einer Schriesheimer Bürgerinitiative sind in Dossenheim bereits im Umlauf.

Faktencheck zu Vahrenholt

Angesichts der Fülle von Behauptungen, die Fritz Vahrenholt in seinem Vortrag am Freitag letzter Woche aufgestellt hatte, hat es etwas gedauert, aber jetzt ist der angekündigte Faktencheck fertig. In der Tat ist es ein “Rundumschlag”, denn kaum eine Aussage Vahrenholts ist korrekt und unverzerrt.

Er schickt China vor (und verschweigt dabei, dass China in einem Jahr mehr Erneuerbare installiert als Deutschland überhaupt hat), übertreibt maßlos den Bau neuer Kernkraftwerke im Ausland, verbreitet die alte Fakenews zum angeblich höchsten Strompreis der Welt, macht wider besseres Wissen wahlweise die Bundesregierung, die Abschaltung der Atomkraftwerke, die EU oder die erneuerbaren Energien für den Strompreisanstieg während des Ukrainekrieges verantwortlich und verschweigt dabei bewußt die Rolle der maroden französischen Kernkraftwerke, lügt über die deutsche Kohleverstromung, vergießt Krokodilstränen über die angebliche Deindustrialisierung Deutschlands (die wenn überhaupt ihre Ursache im Verschlafen der ökologischen Transformation hat), zitiert das rechte Magazin Tichys Einblick, verbreitet falsche Interpretationen vollkommen normaler Handelsbilanzen.

Er lügt über die angebliche Zerstörung der Kernkraftwerke durch die grünen Landesregierungen, erzählt die alte Mär von der Dunkelflaute, benutzt falsche Zahlen in seinen Berechnungen, verwechselt Primärenergie mit Endenergie, wiederholt die Standard-Argumente Vogelkiller, Insektenkiller, Fledermauskiller, verharmlost den Klimawandel, nimmt jährlich hunderte zusätzliche Hitzetote in Kauf um Fracking zu rechtfertigen, welches seiner Karte zufolge durchaus auch in der Rheinebene denkbar wäre (freilich unter Umgehung sämtlicher Umweltauflagen), übertreibt die Möglichkeiten der Verpressung von CO2 in den Boden und fabuliert von angeblich sicheren und sauberen Kernkraftwerken.

Thomas Rinneberg, Altenbach

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