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Es bleibt dabei: Der Lammerskopf ist raus

Heidelbergs OB Eckart Würzner konnte Ausschuss nicht überzeugen – Wir waren bei der Sitzung dabei

Wir waren bei der Sitzung des Planungsausschusses dabei. Nachfolgend Ergänzungen und Korrekturen:

  • Das Abstimmungsergebnis war 34:8 gegen den Lammerskopf
  • Der Vertreter der CDU erklärte sinngemäß: “Die Verwaltung findet die Ablehnung nötig und richtig, also können wir ja nicht anders als ebenfalls abzulehnen”. Ein weiteres Argument von ihm war, dass es ein “Albtraum” sei, wenn man sich so viel Zeit und Arbeit gemacht habe, und dann solle das einfach so wieder aufgeschnürt werden? Das ginge ja gar nicht. Interessant dabei ist, dass der Lammerskopf ja anfänglich dabei war, die Änderung besteht also vielmehr darin, dass er nun entfernt wurde.
  • Die Sprecherin der IHK warb dafür, dass Unternehmen aus dem Rhein-Neckar-Raum ihre Flächen für Windräder ins Spiel bringen
  • Eckart Würnzer hat in seinem Beitrag sehr engagiert die Motivation für die Energiewende dargelegt: Der Stromverbrauch wird in den nächsten Jahren massiv steigen müssen (E-Autos, Wärmepumpen, …) und das trifft auf die Stilllegung der GKM Mannheim, das eine große Leistung gebracht hat, aber halt durch Kohle. Diese Lücke muss geschlossen werden. Er hat zudem daran erinnert, dass die Regionen in Zukunft mehr als bisher dafür verantwortlich sein werden, ihren eigenen Beitrag zur Energieerzeugung zu leisten und dann konstatiert, dass auf all das die Region bislang nicht ausreichend vorbereitet ist. Es war so wohltuend, dass jemand mal in klaren Sätzen davon spricht, warum wir eigentlich diesen ganzen Aufwand treiben: Nicht um jemanden zu ärgern oder um ein paar Euro für die Gemeindekassen zu erwirtschaften, sondern weil es nötig ist.
  • Würzner erwähnte in seinem Beitrag auch, dass er von dem Zuwegungs-Problem erst vor wenigen Wochen erfahren habe. Es blieb also offenbar gar keine Zeit, hierfür Lösungen zu erarbeiten
  • Versammlungsleiterin Frau Schelkmann ergriff nach Würzner das Wort und sprach länger als er. Dabei wiederholte sie wieder und wieder, dass der Ausschuss nicht zustimmen dürfe, weil dann zwingend eine 3. Offenlage daraus folgen würde, ohne dass ihr irgendjemand widersprach, obwohl es faktisch falsch ist.
  • Wir hatten insgesamt den Eindruck (auch aus Mails der Mitglieder der Planungskommission) dass schon vor der Sitzung eigentlich alles beschlossen war
  • Es war auch eine größere Anzahl Windkraftgegner bei der Sitzung anwesend, eine Gruppe sogar in Team-T-Shirts. Bei Gesprächen mit einigen der Gegner wurde klar, dass unsere Gesprächspartner gar nicht wollten, dass die Energiewende klappt. Insofern waren unsere ganzen Argumente obsolet. Ein älterer Herr versuchte uns unsere Poster wegzunehmen, schimpfte gegen Ausländer und wollte von uns wissen, welcher Großkonzern uns denn geschickt habe. Jemand anderes stellte die altbekannte Frage, was wir denn tun wollen, wenn mal weder Sonne scheint, noch Wind weht.

7 Kommentare

  1. Gerhard Veits

    PlanB
    Was man bei allem Ärger und Frust über die Entscheidungs des Planungsausschusses nicht vergessen sollte, ist die Tatsache, dass die Stadt Heidelberg selbst das notwendige Planungsrecht für Windkraft am Lammerskopf schaffen kann. Auch das kam in der Sitzung von verschiedenen Seiten zur Sprache und wird von niemandem bestritten.
    Ein JA zum Lammerskopf als Vorranggebiet würde das Verfahren erheblich beschleunigen und vereinfachen. Aber auch ohne dieses Votum kann die Stadt Heidelberg über einen Bebauungsplan Baurecht schaffen. Herr OB Würzner hat das bereits in Aussicht gestellt und die Mehrheiten im Heidelberger Gemeinderat sind eindeutig.
    Ein NEIN verhindert den Windpark also nicht. Es bedeutet nur mehr Aufwand, mehr Zeit und letztendlich mehr Kosten – aber es geht. Und daran müssen die Beteiligten jetzt konkret und zügig arbeiten.

    • Tschernio Köbe

      Guten Tag,

      da meine Familie und ich im direkten Einzugsgebiet des geplanten Windparks wohnen, versuchen wir uns seit ca. 1,5 Jahren über dieses Thema zu informieren. Dabei mussten wir feststellen, dass es seitens der Stadt Heidelberg viel zu wenig frei zugängliche Informationen zu diesem Thema gibt. Stattdessen wird polarisiert, unterstellt, gehetzt und versucht, mit Halbwahrheiten andere Halbwahrheiten zu entkräften.

      Woher kommt denn diese ganze Wut? Warum wird nicht auf Fragen eingegangen, die eine offensichtlich wesentlich einfachere Installation von WKAs in Freiflächen/Feldern zwischen der Bergstraße und der Pfalz betreffen? Warum bekommen wir bei einer solch einschneidenden Maßnahme immer nur Entscheidungen präsentiert, wenn sie schon gefallen sind? Und diese erhält man nur, wenn man sich durchs Internet wühlt oder jemanden im Rathaus an den Hörer bekommt, der etwas dazu sagen möchte.

      Wir fühlen uns von der Stadt nicht mitgenommen!

      Gibt es denn Pläne, die eine Rückrüstung betreffen, sollte dies erforderlich werden?

      Vielleicht versetzen Sie sich einmal in unsere Lage als Laien und arbeitstätige Eltern, die sich mit viel Aufwand hier ein schönes Nest geschaffen haben, über dessen Kopf hinweg lebensbeeinflussende Entscheidungen getroffen werden, und lesen sich Ihren Text noch einmal durch.

      Freundliche Grüße

      • Thomas Rinneberg

        Guten Tag Herr Köbe,
        die Stadt Heidelberg hat die Informationen zum Windpark Lammerskopf hier zusammengestellt: https://www.heidelberg.de/2341867
        Was die Errichtung von Anlagen in der Ebene angeht, so gab es hierüber diverse Berichte in der RNZ, wir selbst haben uns dem Thema auch ausführlich hier gewidmet:
        https://energiewende-bergstrasse.de/warum-im-wald-und-nicht-in-der-ebene/
        https://energiewende-bergstrasse.de/dieter-teufel-vs-windmessungen-kritik-unter-der-lupe/
        Grundsätzlich ist gesetzlich vorgeschrieben, dass das Geld für den Rückbau bereit bei der Errichtung der Anlagen hinterlegt werden muss, damit dieser gesichert ist.
        Inwiefern ist die Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Lammerskopf für Sie lebensbeeinflussend?
        Viele Grüße
        Thomas Rinneberg

        • Tschernio Köbe

          Guten Tag nochmal, Herr Rinneberg.
          Danke für Ihre rasche Antwort.
          Trotz der gut gemeinten Links, welche Sie freundlicherweise hier zur Verfügung gestellt haben, sind wir als direkt Betroffene nicht wirklich proaktiv von der Stadt in die Entwicklungen und Entscheidungen eingebunden worden.
          Auch wenn das für Sie als federführender Verfechter der Errichtungspläne in Ihrem Forum hier schwer nachvollziehbar sein muss.
          Auf Ihre Frage, inwiefern die WKAs unser Leben hier beeinflussen werden, möchte ich hier nicht öffentlich informieren. Ich bitte um Verständnis.
          Direkt hinter unserem Lebensmittelpunkt sollen mindestens 10 Windräder gebaut werden, die nicht nur für das Naherholungsgebiet im Wald, sondern auch direkt an unserer Haustür zu deutlichen Veränderungen führen werden.
          Die Geräuschbelastung der Rotorblätter z. B. käme in unserem Bereich der Lautstärke eines Gesprächs gleich, wenn die Einschätzung einer Studie letztendlich stimmen sollte. Ich möchte dieses störende Geräusch nicht für den Rest meiner Zeit hier hören.
          Warum werden in den vorgeschlagenen Gebieten in der Ebene nicht mehr Windräder eingeplant und aufgestellt, um den gewünschten Ertrag zu generieren?
          Es gibt genügend vernünftige Gründe und Bedenken, die gegen einen so großen Einschnitt in die Natur im Wald sprechen. Mit der Bebauung im Feld hätte man viele der schwarzen Schafe, die einfach generell gegen Windkraft sind, schon einmal ruhigstellen können.
          Die akribische Arbeit an der Widerlegung, aber auch jeglicher Kritik am Vorhaben Lammerskopf hier auf der Homepage der „Energiewende Bergstraße“, lässt praktisch keinen Spielraum für Dialoge mehr übrig. Alle Darstellungen der Gegenseite scheinen demnach komplett falsch. Ist das nicht etwas zu viel des Guten?
          Können Sie sagen, wer die Kosten für einen Rückbau einer solchen WKA tragen müsste und um wieviel höher der Aufwand wäre, wenn ein Standort an der Autobahn mit dem in den Bergen verglichen würde?

          Freundliche Grüße
          Tschernio Köbe

          • Thomas Rinneberg

            Guten Tag Herr Köbe,

            ich freue mich sehr, wenn und dass wir hier ins Gespräch kommen.

            Ich halte mich oder uns als Verein nicht für “federführend” – wir sind nur ein Verein, der sich der Förderung der Energiewende in der Region verschrieben hat. In Sachen Lammerskopf ist die Stadt Heidelberg und das Konsortium aus den Energiegenossenschaften und den Stadtwerken federführend. Was die Informationspolitik des Rathauses angeht, kann man sich sicherlich viel wünschen. Wir haben unsere Informationen hauptsächlich aus der RNZ, die entsprechenden Artikel finden Sie (mit einiger Verzögerung) hier: https://energiewende-bergstrasse.de/?tag=Heidelberg+windkraft

            Speziell zum Lammerskopf haben wir uns auch nicht spezifisch geäußert, da uns durchaus bewusst ist, dass die Abwägung zwischen FFH-Schutzstatus und CO2-neutraler Energieerzeugung hier besonders schwierig ist. Insbesondere zu den Details des FFH-Gutachtens und der Gegendarstellung des BUND Steinachtal können wir uns nicht äußern, da die Detailtiefe, auf der da diskutiert wird (welche Fledermausarten in welcher Anzahl wo genau vorkommen, was sie dort jeweils tun und wie große Gefahren Windkraftanlagen an welchen Standorten genau darstellen) eine biologische Expertise benötigt, die wir nicht haben. Was wir aber versuchen, ist die Diskussion auf eine sachliche Ebene zurückzuführen, damit die Abwägungen von den entsprechenden Experten in den Genehmigungsbehörden gemäß des vorgeschriebenen Verfahrens vorgenommen werden können. Auch Ihre Bedenken spiegeln zum Teil emotionale Zweifel wieder, die oft unsachlich und absichtlich von Menschen gestreut werden, die grundsätzlich die Energiewende ablehnen; deswegen möchte ich im Folgenden darauf eingehen:

            Die Anzahl Windräder steht noch nicht fest, sie hängt von der offenen Frage der Zuwegung und von den Ergebnissen der speziellen Artenschutzprüfung ab. Da die Planungskommission des Regionalverbands wegen 250 Metern unklarer Zuwegung die Aufnahme des Lammerskopfs in die Regionalplanung abgelehnt hat, werden maximal 7 Windräder auf Heidelberger Gemarkung errichtet werden können.

            Bezüglich der Lärmbelastung haben wir eine grobe Abschätzung für den Maximalfall erstellt, Sie finden sie hier: https://energiewende-bergstrasse.de/lautstaerke-simulation-fuer-windparks-weisser-stein-und-lammerskopf/ Allerdings ist mittlerweile klar, dass auf dem Weißen Stein nur 4 Anlagen errichtet werden und wie gesagt auf dem Lammerskopf maximal 7, auch fehlt der Abschätzung die Dämpfung durch Wald und Bebauung, daher wird die Belastung definitiv geringer sein als bei dieser Simulation. Sofern Sie nicht außerhalb der Ortschaften im Wald wohnen, werden Sie sicher nichts davon hören, da die normalen Umgebungsgeräusche z.B. durch den Straßenverkehr lauter sind.

            Warum in der Ebene keine Anlagen errichtet werden hatte ich in meiner vorigen Antwort verlinkt. Es weht unten einfach nicht genug Wind.

            Ihre Frage nach dem Rückbau hatte ich ebenfalls in der vorigen Antwort beantwortet. Grundsätzlich ist es ja so, dass keine Anlagen errichtet werden, wo es sich finanziell nicht rechnet. D.h. auch wenn ein Bau und Rückbau direkt an einer Autobahn günstiger ist, muss auch genug Wind sein, damit sich die Anlage finanziert. Dies ist bei Heidelberg leider nicht gegeben, umgekehrt trotz der höheren Kosten auf dem Lammerskopf allerdings schon.

  2. Tschernio Köbe

    Eine Frage fehlt noch in meinen vorherigen Ausführungen.

    Der Planungsausschuss des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN) hat in seiner Sitzung am Freitag, 21. November, einen Antrag abgelehnt, die Fläche „Lammerskopf“ erneut als Vorranggebiet in den Teilregionalplan Windenergie aufzunehmen.

    Warum setzt man sich über eine solche Tatsachen hinweg?

    Und warum wird in den medien ein Bild gezeichnet, das so nicht bestätigt wurde?
    (Zitat aus SWR-Medien:
    “Heidelberg will die Windkraftanlagen auf dem Lammerskopf unbedingt verwirklichen. Das hat Oberbürgermeister Eckart Würzner vor kurzem noch einmal bekräftigt. “)

    Gab es einen Bürderentscheid in Heidelberg zu diesem Thema?

    Freundliche Grüße, Tschernio Köbe

    • Thomas Rinneberg

      Die Ablehnung des Verbands gründet sich auf die Angst, dass der Standort im Genehmigungsverfahren wegen 250 Metern unklarer Zuwegung abgelehnt werden könnte und den politischen Unwillen, sowohl die Flächen, die aufgrund der Ablehnung des Lammerskopfs zusätzlich im Regionalplan sein müssen (vornehmlich im Neckar-Odenwald-Kreis) als auch den Lammerskopf selbst in die zweite Offenlage zu geben – da hierdurch das Flächenziel übererfüllt würde, was aufgrund der Stimmung gegen Windkraft, mit denen der Regionalverband aufgrund massiver Kampagnen von Windkraftgegnern zu kämpfen hat, zu weiteren Reibereien führen würde. Es ist also durchaus nicht eine abschließende Bewertung des Standorts, dies steht dem Regionalverband auch gar nicht zu, das ist Sache der Genehmigungsbehörden nach Einreichung eines Bauantrags, so weit sind wir noch lange nicht.

      Da hierfür nun aber zunächst ein Bebauungsplan der Stadt Heidelberg nötig ist, kann es durchaus passieren, dass von Seiten der radikaleren Windkraftgegner ein Bürgerentscheid ähnlich wie in Schriesheim und Dossenheim initiiert wird – wenn der Lammerskopf als Windvorranggebiet ausgewiesen würde, ist ein solcher Bürgerentscheid nicht möglich, da dies keine Entscheidung der Stadt Heidelberg ist (nur Dinge, die der Gemeinderat entscheiden kann, dürfen Gegenstand eines Bürgerentscheids sein). Es ist bekannt, dass radikale Windkraftgegner den Regionalverband seit langem intensiv bearbeiten, die massive Anzahl Einwendungen nach der ersten Offenlage, die teilweise automatisiert erstellt wurden, sprechen eine deutliche Sprache, hinzu kommen viele persönliche Gespräche und eMails.

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