Im Mitteilungsblatt wird behauptet, Rotorblätter von Windkraftanlagen würden in großem Umfang Tropenholz aus dem Regenwald nutzen und damit Umweltprobleme verursachen. Diese Darstellung greift reale Aspekte auf, lässt aber wichtige Einordnungen aus.
Der Balsabaum ist eine schnell wachsende und nicht bedrohte Pflanzenart, die in Südamerika heimisch ist. Er kann bereits nach vier bis sieben Jahren geerntet werden und wird daher häufig auf Plantagen angebaut. Das unterscheidet ihn grundsätzlich von klassischen Tropenhölzern aus langsam wachsenden Urwaldbäumen.

Richtig ist: Balsaholz wird auch beim Bau von Rotorblättern verwendet, allerdings in begrenztem Umfang. Für ein Rotorblatt werden etwa 5 bis 6 m³ benötigt, der überwiegende Teil besteht aus Kunststoffen und Verbundmaterialien. Der Eindruck, Rotoren bestünden maßgeblich aus Holz, ist daher nicht zutreffend. Für ein Rotorblatt werden 10 – 30 Bäume benötigt, diese wachsen in einer Plantage auf einer Fläche von ca. 30 x 30 m.
Ein Großteil des weltweit gehandelten Balsaholzes stammt aus Ecuador, mit einem Anteil von etwa 80 bis 90 Prozent. Dabei ist wichtig: Schon vor einigen Jahren gingen drei Viertel der Exporte nach Asien (hauptsächlich China), während Europa nur ca. 12% importiert. Dass durch deutsche Steuergelder Regenwald abgeholzt würde, ist daher nicht haltbar.
Tatsächlich gab es aber insbesondere um das Jahr 2020 herum Berichte über illegale Abholzungen infolge stark gestiegener Preise. Diese Situation war jedoch vor allem eine Folge eines kurzfristigen Nachfragebooms. Die europäische Windbranche gibt an, seit Jahren auf zertifizierte Lieferketten und langfristige Partner zu setzen und solche Praktiken nicht zu unterstützen.
Aktuell hat sich die Lage zudem weiter verändert: Aufgrund der damaligen Preissteigerungen und gestiegener Anforderungen an Nachhaltigkeit setzen viele Hersteller inzwischen verstärkt auf alternative Materialien wie Kunststoffschäume, die sich zudem leichter recyceln lassen. Diese werden Balsaholz mittelfristig vollständig ersetzen.
Zum Thema Förderung: Das sogenannte Referenzertragsmodell sorgt dafür, dass Windenergie nicht nur an wenigen besonders windreichen Standorten ausgebaut wird. Auch windärmere Regionen können wirtschaftlich beteiligt werden. Das dient einer ausgewogeneren Stromerzeugung und stabileren Netzen und reduziert damit die Gesamtkosten. Weiter Informationen hierzu finden Sie z.B. hier.
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